Erica Ludolph war Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime. 1944 rettete sie «mit unendlichem Herzklopfen» und falschen Pässen die jüdische Mutter einer Freundin vor dem KZ. Als Kurierin französischer Kriegsgefangener geriet sie ins Visier der Gestapo.
Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte sie in den USA, wo sie Vorträge hielt, in denen sie eindringlich für eine Demokratisierung Deutschlands plädierte. Sie arbeitete in Frankfurt, London und Wien und setzte sich ihr Leben lang für Minderheiten ein. Dieses Engagement spiegelte sich auch in ihrer Lebensweise wider.
Erica Ludolph sah sich nicht als Heldin und schwieg über ihren Widerstand während der NS-Zeit. Ihr bewegendes Leben schilderte sie ausführlich in ihren Tagebüchern. Dieser detaillierte Nachlass aus Aufzeichnungen und Fotos bildet nicht nur das Leben einer Judenretterin ab, sondern eröffnete auch die einmalige Chance, ein eindrückliches und detailliertes Mosaik einer Epoche nachzuzeichnen, die bis heute nachwirkt. Das Buch würdigt ihr mutiges und großherziges Handeln und ist ein ermutigendes Zeichen für die gesellschaftliche Auseinandersetzung in Zeiten wachsender Intoleranz und autoritärer Tendenzen hierzulande und weltweit.










