Die „Roaring Twenties“ – ein Jahrzehnt voller Tempo, Widersprüche und neuer Möglichkeiten. In Stuttgart wird daraus mehr als nur ein Schlagwort: Die Stadt entwickelt sich zu einem Ort, an dem Demokratie nicht nur verhandelt, sondern gelebt wird. Politisch wach, kulturell neugierig, gesellschaftlich im Aufbruch.
Während andernorts Unsicherheit und Radikalisierung zunehmen, entsteht in Stuttgart eine betont demokratische Mischung aus bürgerlichem Engagement, liberalem Denken und dem Willen zur Mitgestaltung. Es wird diskutiert, entworfen, ausprobiert – nicht immer konfliktfrei, aber mit Überzeugung. Persönlichkeiten wie Mathilde Planck, Jella Lepman, Kurt Schumacher und Oskar Schlemmer stehen für diesen Moment, in dem Stuttgart offen bleibt, während sich andernorts politische Fronten verhärten – auch wenn sich diese Offenheit nicht dauerhaft behaupten kann.
Der Historiker Jörg Schweigard bringt diese Zeit in einer Lesung mit Vortrag zum Leben. Ausgehend von seinem Buch Eine neue Ästhetik des Lebens. Wegbereiter der Moderne im Stuttgart der Roaring Twenties 1919–1933 erzählt er entlang prägnanter Lebensläufe die Geschichte einer Stadt im Aufbruch – und zeichnet ein vielschichtiges Bild zwischen Experiment, Krise und Verlust.
Ein Abend über Stuttgart im Selbstversuch. Und über eine Zeit, die näher ist, als man denkt.
Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion.
Termin
30. Juni 2026 | 19:00 Uhr
Stiftung Geißstraße
Geißstraße 7 (Der Eingang ist in der Töpferstraße)
70173 Stuttgart
In Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg
Weitere Termine sind in Planung.
