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Geschlecht, 4. Auflage

Jahrhunderte lang wandten sich engagierte Frauen ÔÇô und einige M├Ąnner ÔÇô gegen die Annahme, dass Unwissenheit von Frauen und ihr Ausschluss aus Machtpositionen auf ┬źnat├╝rliche┬╗ ÔÇô vorgegebene und unab├Ąnderliche ÔÇô geschlechtliche Unterschiede zur├╝ckzuf├╝hren sei. Sie kennzeichneten geschlechtliche Unterschiede als Produkt gesellschaftlicher Ungleichbehandlungen. Noch Simone de Beauvoir betonte: ┬źKein biologisches [ÔÇŽ] Schicksal bestimmt die Gestalt, die das weibliche Menschenwesen im Scho├č der Gesellschaft annimmt.┬╗

Hinter diese Forderungen wichen Feminismen der letzten Jahrzehnte zur├╝ck. Mit der Aufspaltung in biologisches Geschlecht (engl. ┬źsex┬╗) und gesellschaftliches Geschlecht (engl. ┬źgender┬╗) setzten sie biologische Geschlechterdifferenzen als gegeben voraus. Aus der unterschiedlichen Biologie von ┬źFrau┬╗ und ┬źMann┬╗ d├╝rften aber keine gesellschaftlichen Ungleichbehandlungen abgeleitet werden. Das Ziel der Gleichstellung wurde so nicht erreicht.

Ein Strategiewechsel ist n├Âtig! Die Vorlage hierf├╝r lieferte Judith Butler. Sie bezweifelte wieder ┬źNat├╝rlichkeit┬╗ und stellte klar, dass auch K├Ârperlichkeit erst durch eine ┬źBrille┬╗ gelesen wird, die durch individuelle Erfahrungen und Lernen in Gesellschaft bestimmt ist. Organe werden erst durch die Interpretation als ┬źgeschlechtlich┬╗ und durch ihre unentwegte Betonung und Wiederholung in dieser Rolle hergestellt und best├Ątigt.

Hier lohnt es sich weiterzuarbeiten. Mit Butlers Ansatz erscheinen ┬źPenis┬╗, ┬źHodensack┬╗, ┬źHoden┬╗ etc. noch als gesellschaftlich formulierte Bezeichnungen f├╝r tats├Ąchlich vorhandene Organe. Als ob, wenn man ┬źnat├╝rliche Vorgegebenheiten┬╗ liest, sich die Notwendigkeit der Bezeichnung dieser Organe und ihre weitgehend bin├Ąre Einordnung zwingend ergibt. Hier widerspricht Heinz-J├╝rgen Vo├č. Er bereitet aktuelle Ergebnisse der Biologie anschaulich auf und zeigt wie selbst sie in Richtung vieler Geschlechter weisen. Indem er an Gedanken der Entwicklung ankn├╝pft, r├╝ckt er den Menschen selbst in den Mittelpunkt, wo bisher die Kategorie und Institution ┬źGeschlecht┬╗ fetischisiert wurden. Von hier aus ergeben sich gesellschaftskritische Forderungen im Anschluss an Karl Marx.

Medienstimmen:
┬źVo├č attackier[t] die verbreitete Grund├╝berzeugung, dass Menschen von Natur aus ein Geschlecht ÔÇ╣habeÔÇ║ und dass dieses Merkmal nach weiblich / m├Ąnnlich strikt zweigeteilt sei. Auch in der Sexualwissenschaft - sei sie grundlagenorientiert oder klinisch ÔÇö wird weithin so gedacht, geschrieben und behandelt. Vo├č tr├Ągt seine Attacke nicht ÔÇö wie sonst so viele ÔÇö als blo├čes Postulat vor, sondern entwickelt sie denkgeschichtlich, und zwar derart materialreich, dass der Kritik irgendwann die Puste ausgehen muss. Geschlecht: Wider die Nat├╝rlichkeit "von 2011 zielt auf ein gr├Â├čeres Lesepublikum. Es res├╝miert die Gedanken aus dem Werk von 2010 und bietet eine didaktisch aufbereitete Einf├╝hrung. Die ├ťberzeugung, dass Geschlecht gemacht und nicht angeboren ist, verankert Vo├č hier in der all├╝bergreifenden Orientierungsthese, wonach der Mensch ein gesellschaftliches Wesen sei (2011: 50-64). Dazu tritt Karl Marx als der Klassiker auf, der er f├╝r die Soziologie auch ist.┬╗
Prof. R├╝diger Lautmann, Zeitschrift f├╝r Sexualforschung (2/2012)

┬źWas durch die Analysen von Vo├č klar erkennbar ist: Geschlecht ist nichts nat├╝rliches, sondern von m├Ąchtigen Menschen erschaffen. [...] Was so einfach klingt, ist in Wahrheit eine radikale Wissenschaftskritik, die Vorstellungen von Geschlecht aufbricht, um eine neue Freiheit f├╝r alle Menschen zu erm├Âglichen. Hier wird nachgewiesen, wie Vielfalt seit Jahrhunderten unterdr├╝ckt wurde, um gesellschaftliche Machtverh├Ąltnisse zu legitimieren. Wenn wir uns von denen l├Âsen wollen, dann durch das radikale Hinterfragen von allen Vorstellungen, Anspr├╝chen und Erwartungen, die wir an Geschlecht und damit an Menschen haben ÔÇô und genau darin liegt die Kraft f├╝r eine gerechtere und wertsch├Ątzendere Zukunft!┬╗ https://queer-bookster.de/voss-geschlecht/ , 16.8.2021

Vo├č bestreitet, dass biologische Geschlechtertrennung vorgegeben sei. Dies ist der Ansatzpunkt f├╝r Diskussionen in der Sekundarstufe II in Philosophie-, aber auch in Politik- und Biologiekursen.
Das Buch breitet eine gro├če F├╝lle von Informationen aus und bietet sich f├╝r fortgeschrittene Sch├╝lerInnen und Lehrkr├Ąfte als Quelle und Hintergrundmaterial am ehesten f├╝r arbeitsteilige Arbeit (z.B. zu verschiedenen theoretischen Ans├Ątzen, zur Auseinandersetzung aus biologischer Perspektive ...)
Martin Geisz auf ┬źHessischer Bildungsserver┬╗

Bettina Enzenhofer urteilt in ihrer Rezension ÔÇ×Emanzipatorische BiologiekritikÔÇť: ÔÇ×Wer bislang noch nichts von Heinz-J├╝rgen Vo├č gelesen hat, sollte dies nun unbedingt nachholen ÔÇô uneingeschr├Ąnkt empfohlen sei sein neuestes Buch "Geschlecht. Wider die Nat├╝rlichkeit". Waren schon seine Dissertation (ÔÇ×Making Sex RevisitedÔÇť, siehe an.schl├Ąge 06/2010) und etliche seiner Artikel (z.B. ├╝ber die Komplexit├Ąt von Geschlecht, ├╝ber Intersexualit├Ąt etc.) wegweisend, so destilliert Vo├č seine Erkenntnisse nun nochmals: Noch verst├Ąndlicher geschrieben, noch mehr Einbettung in gesellschaftskritische Ans├Ątze (z.B. von Karl Marx, Simone de Beauvoir) und durch einige "Exkurse" noch nachvollziehbarer. Das Buch wurde unl├Ąngst sogar vom Bildungsserver Hessen als Unterrichtsmaterial f├╝r die Sekundarstufe II empfohlen.ÔÇť (an.schl├Ąge ÔÇô das feministische Monatsmagazin, Juli/August 2011, S.38, www.anschlaege.at)

Anja Gregor rezensierte ┬źGeschlecht: Wider die Nat├╝rlichkeit┬╗ auf ┬źM├Ądchenblog┬╗ und schlussfolgert u.a.: ┬źZum einen ein toller Einstieg f├╝r die Auseinandersetzung mit dem biologisch-medizinischen Diskurs, der in der Diskussion um die Kritik der Heteronormativit├Ąt immer wichtiger werden wird [ÔÇŽ]. Zum anderen auch eine gelungene integrierende Arbeit: Die Intersektionalit├Ąt verschiedener Unterdr├╝ckungsmechanismen wird im Buch immer wieder hervorgehoben, die Lebensumst├Ąnde in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenspiel als verantwortlich f├╝r die gesellschaftliche Stellung einer Person hervorgehoben. [ÔÇŽ] ein empfehlenswertes B├Ąndchen der theorie-org-Reihe, ├╝ber das es sich zu unterhalten gilt!┬╗



Katrin K├Ąmpf urteilt in der L.Mag: ┬źEine lesenswerte und sehr zug├Ąngliche Kampfansage an die Zweigeschlechterordnung.┬╗



Dass die Herausarbeitung einer historischen und gesellschaftlichen Bedingtheit von Zweigeschlechtlichkeit nicht reiner Selbstzweck ist, wird deutlich, wenn Heinz J├╝rgen Vo├č die Verbindungslinien zwischen Geschlecht und gesellschaftlicher Rolle und Position aufzeigt. Hierzu begibt er sich in durchaus gute Gesellschaft mit Simone de Beauvoir, deren Protest gegen ein ┬źbiologisches Schicksal┬╗ von Vo├č durchweg elegant mit trockener Munition versorgt wird. Ob, und auf welche Weise ihm dies gelingt, lohnt sich selbst herausfinden.

Matthias Zaft, April 2012, queer.de

Heinz-J├╝rgen Vo├č, eben 31 geworden, geb├╝rtiger Sachse und in der queer-politischen Szene seit Jahren als quirliger linker Aktivist bundesweit bekannt, ist Diplom-Biologe und promovierte im vorletzten Dezember ┬źsumma cum laude┬╗ bei dem Sexualwissenschaftler R├╝diger Lautmann in Bremen. Diese Dissertation ÔÇô unter dem Titel ┬źMaking Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive┬╗ vor Jahresfrist
ver├Âffentlicht ÔÇô wird seither ungew├Âhnlich breit und kontrovers rezipiert und geht demn├Ąchst in die dritte Auflage. ┬źGeschlecht ÔÇô Wider die Nat├╝rlichkeit┬╗ stellt einerseits eine auch f├╝r Nicht-Fachleute gut verst├Ąndliche Zusammenfassung der Studie dar und nimmt andererseits die laufende Debatte auf, in der sich Vo├č gegen die verbreitete Tendenz stellt, subversives┬╗ queeres Denken mit der kapitalistischen Ordnung zu vers├Âhnen. [...] Vo├č [verweist] auf Marx, der uns lehrt, ┬źzu verstehen, dass der Mensch stets ein gesellschaftliches Wesen ist ÔÇô und warum uns das Verst├Ąndnis f├╝r diese Gesellschaftlichkeit so schnell entgleitet┬╗.

Salih Alexander Wolter in ┬źred & queer┬╗

Die Buchserie theorie.org ist eine kleine, aber feine Reihe handlicher Abhandlungen zu diversen Themen aus linker Sicht. Im Rahmen dieser Serie hat Heinz-J├╝rgen Vo├č ein ├╝bersichtliches Handbuch zum Thema Sichtweisen auf Geschlecht vorgelegt. Dieses B├╝chlein ist vieles in einem: Es dient als schnelle Theorie-├ťbersicht zu Butler und Co, bringt einige spannende Gedanken zu biologischen Thesen oder Nicht-Thesen und stellt aktuelle Diskursstr├Âme dar - eine ganze Menge f├╝r so ein kleines Buch. Das
Sch├Âne: Es bleibt sehr lesbar und bietet f├╝r wissenschaftlich Interessierte einen tollen Einstieg!
Didine van der Platenvlotbrug in ┬źHugs and Kisses┬╗, 7 (April 2011)

Hiermit werden die ┬źGeschlechter┬╗ nicht mehr als ┬źnat├╝rlich┬╗,
angeboren, vorgegeben, unab├Ąnderlich und ├╝berzeitlich angesehen, sondern
als historisch und wirtschaftlich bedingte soziale Konstruktionen,
welche die Unterdr├╝ckung der Frau oder des Nicht-M├Ąnnlichen
rechtfertigen. [...] Das Buch ┬źGeschlecht. Wider die Nat├╝rlichkeit┬╗
bietet mit seiner verst├Ąndlichen Sprache und schl├╝ssigen Struktur eine
gute Einf├╝hrung zur Dekonstruktion des biologischen Geschlechts aus der
Sicht eines kritischen Biologen und Sozialwissenschaftlers.
Dr. Z├╝lfkuar ├çetin, ┬źFreitext┬╗ - Kultur- und Gesellschaftsmagazin, Nr. 20

(2012), S.8-9.



Heinz-J├╝rgen Vo├č bereitet nun aktuelle Ergebnisse der Biologie anschaulich auf und zeigt, wie selbst sie in Richtung vieler Geschlechter weisen. Indem er an Gedanken der Entwicklung ankn├╝pft, r├╝ckt er den Menschen selbst in den Mittelpunkt, wo bisher die Kategorie und Institution ┬źGeschlecht┬╗ fetischisiert wurden. Von hier aus ergeben sich gesellschaftskritische Forderungen im Anschluss an Karl Marx.
┬źDer Dicke┬╗, Fr├╝hlingskatalog der Schwulen Buchl├Ąden, 2011

Mensch kann ja zur Sicherheit das schwarz-pinke B├╝chlein in die
Hosentasche stecken, um f├╝r Diskussionen aller Art (┬źAber Frauen haben
doch nun mal nicht so viele Muskeln wie M├Ąnner!┬╗, ┬źAber es sind schon
immer M├Ąnner jagen gegangen und Frauen haben Kinder bekommen┬╗, ┬źAber es
gibt nun mal bestimmte Gene, die f├╝r die Ausbildung eines bestimmten
Geschlechtes zust├Ąndig sind.┬╗ÔÇŽ) mit Argumenten und weitreichender Sicht
ausger├╝stet zu sein.
http://ladyfestgreifswald.blogsport.de, 7. Mai 2011


Das Buch ist hochinteressant und es macht Freude, einem Naturwissenschaftler in seinen Beweisf├╝hrungen wider die Nat├╝rlichkeit des Geschlechts zu folgen.

Monika Jarosch in ┬źaep informationen, 2/2011


Queere Biologie. In ┬źGeschlecht - wider die Nat├╝rlichkeit┬╗ belegt Heinz-J├╝rgen Vo├č die Existenz von mehr als zwei Geschlechtern. Nach dem Biologiestudium an der Leipziger Universit├Ąt kehrt Heinz-J├╝rgen Vo├č anl├Ąsslich des CSD zur├╝ck in die Stadt. Im Gep├Ąck hat er das aktuelle, Diskussionen aufwirbelnde Taschenbuch ┬źGeschlecht - wider die Nat├╝rlichkeit┬╗. Hierin werden sogenannte ┬źnat├╝rliche Umst├Ąnde┬╗ bestritten - fr├╝her war es Gott, heute ist es oft die Biologie - , die angeblich zu Unterschieden zwischen Mann und Frau f├╝hren. [4 Sterne - sehr gut]

Stadtmagazin Prinz Leipzig, Juli 2011, S. 79



┬źHeinz-J├╝rgen Vo├č [ist] ein herausragendes Einf├╝hrungswerk gelungen [...], kurz und gleichwohl pr├Ągnant, auch in seinen diskutablen Einsch├Ątzungen.┬╗
Florian Mildenberger in ┬źW├╝rzburger medizinhistorische Mitteilungen┬╗

Heinz-J├╝rgen Vo├čÔÇÖ ┬źAusf├╝hrung beinhaltet dabei durchwegs neue Forschungsarbeit und wirkt trotz des naturwissenschaftlichen Hintergrunds keineswegs trocken. So stellt das B├╝chlein in Summe ein ausgezeichnetes Einf├╝hrungswerk dar, das pr├Ągnant und verst├Ąndlich unterschiedliche Diskussionsstr├Ąnge auf den Punkt bringt und neue Diskussionsans├Ątze geradezu herausfordert.┬╗
Rezension in: Sex(ual) Politics ÔÇô Brosch├╝re der ├Âsterreichischen Hochsch├╝lerInnenschaft, S.129ÔÇô130.
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Cover ISBN 978-3-89657-695-8

Vo├č, Heinz-J├╝rgen:
Geschlecht, 4. Auflage
Wider die Nat├╝rlichkeit
4. Auflage 2018
Buch
180 Seiten, kartoniert
Schmetterling
ISBN 3-89657-695-X
12,00 EUR
(inkl. MwSt., zzgl. Porto)

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